Deinen eigenen Online Shop eröffnen in 10 Schritten

Deinen eigenen Online Shop eröffnen in 10 Schritten

Planst du, einen eigenen Online Shop zu eröffnen, um zum Beispiel neben Amazon oder Ebay neue potenzielle Kunden zu gewinnen? Der Aufbau eines Online Shops ist für viele eine beängstigende Vorstellung, denn gerade in Deutschland gibt es hier viele Vorschriften und Richtlinien, die zu beachten sind. 

Heutzutage ist es dank WordPress und WooCommerce so leicht wie nie zuvor, ohne Programmierkenntnisse, Deinen eigenen Online Shop zu eröffnen und es gibt diverse Plugins, die Dir dabei helfen Deinen Shop rechtssicher zu machen. Deine KMU Webagentur verrät Dir hier, wie es geht in 10 Schritten!

1. Entscheide dich für ein Content-Management-System

Der größte Fehler, den die meisten Webmaster begehen, ist die falsche Wahl der Plattform für ihren Online Shop. Einen Shopify-Shop in einen WooCommerce-Shop umzuwandeln ist äußerst mühsam! Daher solltest du dich über die Vor- und Nachteile beider Plattformen gründlich informieren, bevor du eine definitive Entscheidung triffst.

Shopify ist ein komplette, selbstständige E-Commerce-Lösung und beginnt bei 30 $ pro Monat. Man kann sich bequem einloggen und fast sofort mit dem Verkaufen beginnen. Der Nachteil ist jedoch, dass Shopify auf die Dauer und unter Verwendung zusätzlicher Features und Plugins sehr teuer wird).

Daher entscheiden sich die meisten Benutzer für die Kombination: WordPress + WooCommerce. Diese Lösung ist preiswerter und man hat am Ende mehr Flexibilität, seinen Online Shop nach eigenen Vorlieben anzupassen. Diese beiden Vorteile machten WooCommerce zur weltweit größten E-Commerce-Plattform. Auch wenn es sich letztendlich meistens lohnt, nimmt die anfängliche Einrichtung des eigenen Shops deutlich mehr Zeit in Anspruch.

2. Was brauchst du neben WooCommerce und WordPress noch so?

Um WordPress und WooCommerce installieren und einen eigenen Online Shop einrichten zu können, benötigst du drei Dinge. Einen Domainname und eine aktive Webhosting-Seite. DAzu ein aktualisiertes SSL Zertifikat, da es deiner Webseite zusätzliche Sicherheit bietet und in vielen Fällen sogar eine rechtliche Grundvoraussetzung ist.

Was ein Domainname ist, weißt du bestimmt schon. Webhosting ist der Ort, an dem deine Webseite im Internet “zuhause” ist. Jede Webseite wird irgendwo gehostet und benötigt daher Webhosting.

Ein SSL-Zertifikat ist kein MUSS für eine Webseite, jedoch gerade für Online Shops stark empfehlenswert. Ein SSL-Zertifikat verleiht deiner Webseite eine spezielle Sicherheitsvorkehrung, sodass sensible Informationen, wie persönliche Daten oder Kreditkartennummern verschlüsselt empfangen werden können. 

Wenn du planst, auf deiner Webseite Kreditkartenzahlungen zu akzeptieren, ist die Installation eines SSL-Zertifikates ein absolutes Muss!

3. Domain & Hosting

Ein Domainname kostet im Schnitt 15 € / Jahr. Für Online Shops empfiehlt sich ein gutes Cloud-Hosting für ca. 7€-10€ / Monat oder ein Shared Hosting-Paket um 3€-5€ / Monat für kleinere Webseiten. Ein SSL-Zertifikat kostet ca. 60 €/Jahr jedoch reicht in vielen Fällen ein kostenloses Zertifikat aus. 

eigener Online Shop mit WooCommerce erstellen

Jedoch gibt es einige Hosting-Anbieter, die preiswerte Pläne anbieten, bei denen ein Domainname und ein SSL Zertifikat inbegriffen sind.

4. Wird Dein Online Shop in Deutschland betrieben? Beachte die Gesetzgebung! 

Nach den aktuellen Gesetzen in Deutschland muss ein Verbraucher vor Abschluss der Bestellung eindeutig über seine Rechte informiert werden. Die Gesetzgebung legt auch fest, wo genau diese Informationen angezeigt werden müssen. 

WooCommerce weist dich nicht auf diese Gesetze hin, deswegen musst du hier Eigeninitiative ergreifen, um sicherzustellen, dass dein Online Shop mit den gesetzlichen Bestimmungen übereinstimmt. 

5. Die Produktpreise

Die Anzeige des Produktpreises in deutschen Online Shops unterscheidet sich stark von der regulären Preisanzeige in WooCommerce. Um einen legalen Shop zu betreiben, muss der Produktpreis direkt neben der Mehrwertsteuer und den Versandkosten angezeigt werden.

6. Der Check-out

Die von WooCommerce angebotene Standard-Checkout-Lösung ist ein Problem für deutsche Online Shops. In der Standard-Produkttabelle fehlt ein entsprechender MwSt.-Hinweis und auch die Option, dem Kunden die Lieferzeiten anzuzeigen. 

Auch der Kauf-Button entspricht nicht den gesetzlichen Anforderungen. Die sogenannte „Button-Lösung“ schreibt vor, dass ein Vertrag, der online geschlossen wurde, nur dann wirksam ist, wenn der Bestell- bzw. Kauf-Button eindeutig beschriftet ist. Das heißt, der Button muss z.B. in „kostenpflichtig bestellen“ oder „zahlungspflichtig kaufen“ umbenannt werden.

7. Die Bestellbestätigung

Bedingungen für die Stornierung von Bestellungen oder eine Datenschutzrichtlinie fehlen bei der standardisierten Bestellbestätigung von WooCommerce. WooCommerce sendet automatisch eine Auftragsbestätigung per E-Mail, sobald eine Bestellung aufgegeben wird, was absolut in Ordnung ist. 

Jedoch muss diese E-Mail in Übereinstimmung mit der Gesetzgebung für Verbraucherrechte auch die Bedingungen der Bestellung sowie die Bestimmungen im Fall einer Stornierung enthalten.

8. AGB

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sind Pflicht, falls Du in Deinem Online Shop Produkte an den Endverbraucher verkaufst. Falls Du einen B2B-Shop betreibst, ist es dennoch empfehlenswert die AGB anzuführen. Du musst auch beachten, wo du die AGB in deinem Shop stellst. AGB sind nur ein gültiger Bestandteil des Vertrages, wenn der Kunde bei Vertragsschluss deutlich auf die AGB hingewiesen wird.

9. Widerrufsbelehrung

Eine Widerrufsbelehrung ist in jedem Fall notwendig. Wenn der Kunde nicht über die Existenz eines Widerrufsrechts hingewiesen wird, wird er wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, sein Widerrufsrecht auszuüben. 

Dein Online Shop hätte dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, was wegen des UWGs (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) zur Abmahnung führen kann.

10. Überprüfe die durch die DSGVO festgelegten Richtlinien

Wahrscheinlich hast du schon mal von der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) gehört, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist und für viel Aufruhr gesorgt hat. Diese Verordnung gilt uneingeschränkt und einheitlich in allen Ländern der EU. 

Als Webmaster und vor allem als Betreiber eines Online Shops ist es deine Verantwortung sicherzugehen, dass deine Webseite DSGVO-konform sind. Wer dies nicht tut, riskiert hohe Geldstrafen und Sanktionen.

WooCommerce Online Shop

Deine Webseite müssen die Datenschutzerklärung transparent, verständlich und in leicht zugänglicher Form zur Verfügung stellen. Die Pflicht einer Datenschutzerklärung gab es schon vor der DSGVO, jedoch hat diese Verordnung die Anforderungen der an die Datenschutzerklärung geknüpfte Informationspflicht erhöht. 

Artikel 13 der DSGVO zählt die erforderlichen Angaben explizit auf. Betrachte dies als persönliche Checkliste für eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung:

  • Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten (falls es einen gibt)
  • Identität des Verantwortlichen
  • Verarbeitungs-Zwecke und Rechtsgrundlage der Verarbeitung
  • Empfänger der weitergeleiteten Daten
    • Beachte: Wenn Du personenbezogene Daten weiterleitest, musst Du den Besucher darüber informieren, wer diese Daten empfangen wird.
  • Dauer der Speicherung von personenbezogenen Daten
    • Beachte: Eine permanente Speicherung dieser Daten ist gemäß der DSGVO-Vorschriften unter keinen Umständen gestattet. Die Dauer einer temporären Speicherung muss exakt angegeben werden und darf nicht verschleiert werden. Du musst hier präzise Zahlen/Daten nennen.
  • Rechte der Betroffenen
    • Beachte: Nutzer haben einen Anspruch darauf, über ihre Rechte bzgl. des eigenen Datenschutzes informiert zu werden. Dieser Aufklärungspflicht musst auch Du als Online Händler Folge leisten. 
  • Verpflichtung zur Bereitstellung persönlicher Daten
    • Beachte: Wenn personenbezogene Daten für die Dienste Deiner Webseite notwendig sind, müssen Besucher darüber informiert werden, welche Folgen die Nichtbereitstellung hat. Als Online Shop benötigst Du diese Daten, um einen Kaufvertrag abschließen zu können. Ohne Daten kein Vertrag – darüber musst Du Deine Kunden und potenzielle Interessenten ausdrücklich informieren. 

WooCommerce Germanized – Rechtskonform, auch ohne Jura-Abschluss

Falls für Dich die oben erwähnten Anforderungen an deutsche Online Händler Neuland sind, wirst Du wahrscheinlich das Plugin WooCommerce Germanized mit offenen Armen dankbar empfangen.

WooCommerce wurde ursprünglich für den US-Markt entwickelt. Daher kann man es nicht einfach so ohne weiteres in Deutschland einsetzen. Das WooCommerce Germanized Plugin ergänzt Dein WooCommerce mit wichtigen Shop-Bausteinen, die Dir dabei helfen, Deinen Online Shop DSGVO-konform und rechtssicher zu machen und Dich somit vor einer potenziellen Abmahnung schützt. 

Besonders praktische Funktion für KMUs: Die Kleinunternehmerregelung-Funktion hilft u.a. dabei, spezielle Steuerhinweise einzufügen, die Deine Kunden darüber informiert, dass Du als Kleinunternehmer tätig bist.

Deinen eigenen Online Shop eröffnen – Das Fazit

Auch wenn die DSGVO viele komplexe Vorschriften enthält und somit die Arbeit neuer Online Händler und Webmaster erschwert hat, ist es so einfach wie nie zuvor Deine eigenen Online Shop zu eröffnen! Dank nützlicher Tools und Plugins kann man auch ohne Jura- oder IT-Studium einen rechtskonformen, benutzerfreundlichen Online Shop erstellen. 

Wie bei vielen großen Projekten gilt hier das Sprichwort: Gut vorbedacht – schon halb gemacht. Am besten solltest Du Deinen Online Shop gründlich planen, bevor er live geht, um zum Beispiel Sanktionen aufgrund von DSGVO-Verstößen und den Kauf eines (für Deine Situation) unpassenden Content-Management-Systems (CMS) zu vermeiden.

Sollte dieser Beitrag Deine Fragen nicht vollständig beantwortet haben, freuen wir uns, wenn Du auch Du mit uns in Kontakt trittst!

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